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1. Was ist Magnesium-L-Threonat?
Magnesium-L-Threonat ist eine organische Magnesiumverbindung, bei der Magnesium an L-Threonsäure gebunden ist – ein Stoffwechselprodukt, das unter anderem beim Abbau von Vitamin C im Körper entsteht. Wie jede Magnesiumverbindung liefert auch diese Form letztlich das essenzielle Magnesium-Ion (Mg²⁺); der Unterschied liegt im Trägermolekül, das die Aufnahme und Verteilung im Körper beeinflusst.
Anders als bei klassischen Magnesiumquellen aus der Nahrung (Vollkornprodukte, Nüsse, grünes Blattgemüse) handelt es sich bei Magnesium-L-Threonat um eine gezielt für Nahrungsergänzungsmittel entwickelte, synthetisch hergestellte Verbindung. Sie kommt nicht in relevanten Mengen in Lebensmitteln vor.
Magtein® ist der Markenname des Magnesium-L-Threonats, das von der Europäischen Kommission auf Basis einer positiven EFSA-Sicherheitsbewertung als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen wurde (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2694, in Kraft seit 7. November 2024). Der Antragsteller AIDP Inc. genießt für die zugrunde liegenden Studiendaten einen fünfjährigen Datenschutz.
2. Wie wirkt es im Körper?
Grundsätzlich erfüllt Magnesium aus jeder Verbindung dieselben Funktionen im Körper (siehe Abschnitt 4). Die Besonderheit von Magnesium-L-Threonat liegt in tierexperimentellen Studien, die zeigen, dass diese Verbindung im Vergleich zu anderen Magnesiumsalzen den Magnesiumspiegel in bestimmten Hirnregionen deutlicher anheben kann. Grundlage dafür ist eine 2010 im Fachjournal Neuron veröffentlichte Studie einer Forschungsgruppe, die ursprünglich am MIT tätig war.
Die Threonsäure als Trägermolekül wird dabei als ein Faktor diskutiert, der den Übertritt von Magnesium ins zentrale Nervensystem begünstigen könnte. Diese Befunde stammen jedoch überwiegend aus Tiermodellen; die Übertragbarkeit auf den Menschen ist Gegenstand laufender Forschung und noch nicht abschließend geklärt.
3. Relevanz für Longevity
Im Longevity-Kontext wird Magnesium-L-Threonat vor allem im Zusammenhang mit dem Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter diskutiert, da nachlassende Gedächtnisleistung ein zentrales Thema des Healthy-Aging-Bereichs ist. Erste placebokontrollierte Humanstudien untersuchen entsprechende Parameter wie Gedächtnis und Schlaf bei gesunden Erwachsenen.
Die Studienlage beim Menschen ist bislang begrenzt, teils industrienah finanziert und noch nicht ausreichend, um eine eigenständige Wirkung auf das Gehirnaltern zu belegen. Eine Formulierung als bestätigte Anti-Aging- oder Gedächtnis-Wirkung wäre daher irreführend – korrekt ist die Einordnung als vielversprechender, aber noch nicht abschließend erforschter Ansatz.
4. Was sagt die Wissenschaft?
Zugelassene EU-Health-Claims (gelten für Magnesium allgemein)
Da es für einzelne Magnesiumformen keine eigenen EFSA-Claims gibt, gelten die allgemeinen, zugelassenen Magnesium-Claims (ab 56,25 mg Magnesium pro Portion). Magnesium trägt bei zu:
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einer Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
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einem normalen Energiestoffwechsel
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einer normalen Funktion des Nervensystems
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einer normalen Muskelfunktion
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einer normalen psychischen Funktion
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einem normalen Elektrolytgleichgewicht
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der Erhaltung normaler Knochen und Zähne
Weiterführende Forschung (nicht als eigener EU-Health-Claim zugelassen)
Eine 2022 im Fachjournal Nutrients veröffentlichte, placebokontrollierte Humanstudie berichtet bei gesunden Erwachsenen von einer verbesserten Leistung in kognitiven Testverfahren nach Einnahme einer Magnesium-L-Threonat-Formulierung. Weitere Studien untersuchen einen möglichen Zusammenhang mit Schlafparametern.
5. Für wen ist Magnesium-L-Threonat besonders relevant?
Wie bei jeder Magnesiumform gilt: relevant für alle, die einen erhöhten Bedarf oder ein erhöhtes Mangelrisiko haben (siehe auch unseren allgemeinen Magnesium-Glossareintrag). Ergänzend wird diese spezifische Form häufig gewählt von:
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Menschen mit hoher mentaler/kognitiver Beanspruchung im Alltag
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Personen, die gezielt eine Magnesiumform mit Fokus auf das Nervensystem suchen
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älteren Erwachsenen mit Interesse am Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit
6. Einnahme, Dosierung & Wechselwirkungen
Für Magnesium allgemein gilt der EU-Nährstoffbezugswert von 375 mg pro Tag; die DGE leitet für gesunde Erwachsene differenziertere Schätzwerte von 350 mg (Männer) bzw. 300 mg (Frauen) pro Tag ab. Für zugesetztes Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt das BfR eine Höchstmenge von 250 mg pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Portionen.
Speziell für Magnesium-L-Threonat als Quelle hat die EU im Rahmen der Novel-Food-Zulassung eine eigene Höchstmenge von 250 mg elementarem Magnesium pro Tag festgelegt. Produkte, die mehr liefern, wären nicht zulassungskonform. Eine Tagesdosis von 150 mg elementarem Magnesium – wie sie in klinischen Studien verwendet wurde – liegt deutlich innerhalb dieses Rahmens.
Wechselwirkungen bestehen nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit anderen Mikronährstoffen:
- Magnesium und Eisen konkurrieren im Darm um dieselben Transportwege, daher wird ein zeitlicher Abstand von ca. 2–3 Stunden zu Eisenpräparaten empfohlen.
- Mit Zink besteht in haushaltsüblichen Supplement-Dosierungen (bis ca. 20–30 mg Zink) keine relevante Wechselwirkung – erst sehr hohe Zinkdosen (über 50 mg) können die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen.
- Mit Calcium ist eine gleichzeitige Einnahme in üblichen Dosierungen unproblematisch – erst ab mehr als 2 g Calcium pro Tag kann die Magnesiumaufnahme sinken.
- Mit Vitamin D besteht kein Konkurrenzverhältnis, sondern ein positives Zusammenspiel: Magnesium wird als Cofaktor benötigt, um Vitamin D im Körper zu aktivieren.
7. Fazit
Magnesium-L-Threonat ist eine gut erforschte, seit November 2024 EU-weit als Novel Food zugelassene Magnesiumquelle. Die grundlegenden Magnesium-Wirkungen sind durch EFSA-Claims abgedeckt; die formspezifisch diskutierten Effekte auf Gedächtnis und Gehirn beruhen bislang überwiegend auf Tierstudien und einzelnen, noch begrenzten Humanstudien. Für Erwachsene, die gezielt eine gut untersuchte Magnesiumform mit Fokus auf das Nervensystem suchen, ist sie eine legitime Option – Schwangere und Stillende sollten auf andere Formen ausweichen.
Quellen
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Durchführungsverordnung (EU) 2024/2694 der Kommission zur Zulassung von Magnesium-L-Threonat als neuartiges Lebensmittel
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Verordnung (EU) 2025/2225 zur Änderung von Anhang II der Richtlinie 2002/46/EG
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EFSA NDA Panel (2024): Safety of magnesium l-threonate as a novel food, EFSA Journal 22(3):e8656
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Slutsky, I. et al. (2010): Enhancement of learning and memory by elevating brain magnesium, Neuron 65(2)
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Zhao et al. (2022): A Magtein®-based formula improves brain cognitive functions in healthy Chinese adults, Nutrients 14(24)
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Magnesium, dge.de
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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, bfr.bund.de
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Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel
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Fachliteratur zu Mineralstoff-Interaktionen: Konkurrenz von Magnesium, Eisen, Zink und Calcium um intestinale Transportwege