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Melatonin

Melatonin ist das körpereigene Schlafhormon und der wichtigste Taktgeber unserer inneren Uhr. Erfahre, wie es den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wann eine Supplementierung sinnvoll sein kann und was die aktuelle Studienlage über Wirkung, Dosierung und Longevity sagt.

ASLAN Redaktion · 3 Minuten Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026

1. Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das hauptsächlich in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn produziert wird. Es gehört zur Gruppe der Indolamine und wird aus der Aminosäure Tryptophan über den Zwischenschritt Serotonin synthetisiert.

Melatonin ist vor allem als 'Hormon der Dunkelheit' bekannt: Seine Produktion wird durch Lichtmangel ausgelöst und durch Licht - insbesondere kurzwelliges Blaulicht - gehemmt. Es ist damit der wichtigste chemische Zeitgeber des menschlichen Körpers und zentraler Regulator des zirkadianen Rhythmus, also der inneren 24-Stunden-Uhr.

Als Nahrungsergänzungsmittel ist Melatonin in Deutschland rezeptfrei erhältlich und zählt zu den meistgesuchten Schlaf-Supplements überhaupt.

2. Wie wirkt Melatonin im Körper?

Melatonin wirkt über spezifische Rezeptoren - vor allem MT1 und MT2 - die sich im Gehirn, der Netzhaut und peripheren Organen befinden. Die Aktivierung löst eine Reihe physiologischer Reaktionen aus:

  • Senkung der Körperkerntemperatur - ein wichtiges Signal für den Schlafbeginn

  • Reduktion der neuronalen Aktivität - der Körper kommt zur Ruhe

  • Synchronisation der inneren Uhr - Melatonin stellt den zirkadianen Rhythmus auf die Nachtphase ein


Wichtig: Melatonin ist kein klassisches Schlafmittel und wirkt nicht sedierend. Es signalisiert dem Körper biologisch, dass Schlafzeit ist. Fachleute bezeichnen es deshalb als Chronobiotikum.

Das natürliche Melatoninprofil steigt mit Einbruch der Dunkelheit an, erreicht sein Maximum zwischen 2 und 4 Uhr morgens und fällt gegen Morgen wieder ab. Mit zunehmendem Alter - und besonders bei Frauen in den Wechseljahren - nimmt die körpereigene Melatoninproduktion messbar ab.


3. Relevanz für Longevity

Da die Melatoninproduktion mit dem Alter abnimmt, wird Melatonin in der Longevity-Forschung zunehmend als relevanter Faktor diskutiert. In Studien wurde beobachtet, dass Melatonin neben seiner schlafregulierenden Funktion auch antioxidative Eigenschaften besitzt und möglicherweise an der Regulation des circadianen Rhythmus auf Zellebene beteiligt ist.

Die Forschung zu Melatonin und Longevity ist ein wachsendes Feld - die nächsten Jahre werden zeigen, welche Rolle die optimale Schlafarchitektur langfristig für die Zellgesundheit spielt.

4. Was sagt die Wissenschaft?

Melatonin ist eines der am besten untersuchten Supplemente im Bereich Schlaf. Die EFSA hat zwei Health Claims zugelassen:

Melatonin trägt zur Verkürzung der Einschlafzeit bei (1 mg, kurz vor dem Schlafengehen) - zugelassener EU-Health-Claim gemäß VO (EG) Nr. 432/2012.

Melatonin hilft, subjektive Jetlag-Empfindungen zu lindern (0,5 mg) - zugelassener EU-Health-Claim gemäß VO (EG) Nr. 432/2012.

Darüber hinaus: In einer Studie (Clocks & Sleep, 2026, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert) wurde beobachtet, dass Sustained-Release-Melatonin mit signifikanten Verbesserungen bei Einschlafzeit, Schlaftiefe und subjektiver Schlafqualitaet assoziiert war.

5. Für wen ist Melatonin besonders relevant?

  • Menschen mit Jetlag - Reisen über Zeitzonen verschiebt die innere Uhr akut; Melatonin hilft nachweislich bei der Resynchronisation

  • Schichtarbeiter - unregelmäßige Schlafzeiten destabilisieren den zirkadianen Rhythmus dauerhaft

  • Frauen in den Wechseljahren - der Melatoninspiegel nimmt in dieser Lebensphase hormonell bedingt messbar ab

  • Menschen ab 50+ - die Zirbeldrüse produziert mit zunehmendem Alter weniger Melatonin

  • Personen mit verschobenem Schlaf-Wach-Rhythmus - etwa durch späte Bildschirmnutzung oder unregelmäßige Schlafzeiten (Schichtarbeit)

6. Einnahme, Dosierung & Wechselwirkungen

Dosierung: 1 mg Melatonin fuer Einschlafzeit, 0,5 mg fuer Jetlag - gemäß EFSA-belegten Wirkaussagen. Höhere Dosen sind für die meisten Menschen nicht notwendig und können den natürlichen Hormonhaushalt unnötig beeinflussen.

Zeitpunkt: Ca. 30 Minuten vor dem gewünschten Schlafbeginn einnehmen.

Freisetzungsform: Bei Durchschlafproblemen ist eine Sustained-Release-Formulierung sinnvoller als Immediate Release.

Nicht geeignet für: Kinder und Jugendliche (ohne ärztliche Empfehlung), Schwangere, Stillende sowie Personen mit Autoimmunerkrankungen oder schweren Leber- und Nierenerkrankungen.

 

Kombination mit anderen Supplements: Baldrian: pharmakologisch sinnvoll, unterschiedliche Mechanismen, gut verträglich. Alkohol: nicht kombinieren. Koffein am Abend vermeiden - hemmt die Melatoninausschüttung.

Autofahren: Nach der Einnahme kein Fahrzeug führen.

 

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