Zum Inhalt springen

Supplements · Vitamin D3

Vitamin D3 + K2 Kombipräparate: Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Die Prozentangaben auf Vitamin-D3+K2-Präparaten sorgen häufig für Verwirrung. Warum stehen 500 % bei Vitamin D3 und nur 60 % bei Vitamin K2 auf dem Etikett? Wir erklären, was hinter diesen Zahlen steckt und welche Qualitätsmerkmale bei der Auswahl tatsächlich entscheidend sind.

ASLAN Redaktion · 7 Minuten Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026

 

500 Prozent auf der einen Seite, 60 Prozent auf der anderen – ist das noch ausgewogen?

Ein Blick auf das Etikett eines Vitamin-D3+K2-Präparats sorgt bei aufmerksamen Käuferinnen und Käufern schnell für Stirnrunzeln: Bei Vitamin D3 steht oft ein Wert von 500 Prozent des Nährstoffbezugswerts (NRV), bei Vitamin K2 dagegen nur 60 Prozent. Wirkt das nicht unausgewogen – als hätte jemand beim Formulieren des Produkts geschlampt?

Die kurze Antwort: nein. Die etwas längere Antwort erklärt, warum die beiden Prozentzahlen so unterschiedlich ausfallen, was das über die beiden Vitamine verrät – und worauf es bei der Auswahl eines guten D3+K2-Präparats tatsächlich ankommt.

Warum die Wahl des richtigen Präparats so schwerfällt

Der Markt für Vitamin-D-Präparate ist unübersichtlich geworden: Tropfen, Kapseln, Sprays, Tabletten zum Lutschen – und immer häufiger in Kombination mit Vitamin K2. Für Laien ist auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, ob ein Produkt tatsächlich durchdacht formuliert ist oder ob zwei Vitamine einfach nur nebeneinander in eine Kapsel gepackt wurden, weil sich „D3+K2“ gut verkauft.

Erschwerend kommt hinzu, dass „Vitamin K2“ auf der Verpackung allein wenig über die tatsächliche Qualität aussagt. Es gibt verschiedene Unterformen (MK-4, MK-7 und weitere), die sich in Bioverfügbarkeit und Wirkdauer deutlich unterscheiden. Auch die Trägerbasis – ob die fettlöslichen Vitamine in Öl gelöst oder als Trockenpulver verarbeitet sind – spielt für die Aufnahme im Körper eine relevante Rolle, wird auf den Verpackungen aber selten verständlich kommuniziert.

Was die Kombination wissenschaftlich sinnvoll macht

Vitamin D3 und Vitamin K2 arbeiten im Calciumstoffwechsel des Körpers eng zusammen. Vitamin D3 trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium sowie zur Erhaltung normaler Knochen bei – das sind von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) geprüfte und zugelassene Aussagen. Vitamin K2 wiederum trägt zu einer normalen Blutgerinnung sowie zur Erhaltung normaler Knochen bei, ebenfalls ein zugelassener Health Claim.

Auf mechanistischer Ebene ergänzen sich beide Vitamine: Vitamin D3 regt die Bildung bestimmter knochenbezogener Proteine an, die diese aber erst durch Vitamin K2 in eine aktive, funktionsfähige Form überführt werden. Diese Wechselwirkung wird in der wissenschaftlichen Literatur als funktionelles Zusammenspiel beschrieben, ist aber nicht als eigener, kombinierter EU-Health-Claim zugelassen – ein Umstand, über den seriöse Anbieter transparent informieren sollten, statt einen tieferen Gesundheitsnutzen zu suggerieren, als aktuell belegt ist.

Zurück zur Ausgangsfrage: Der NRV (Nährstoffbezugswert) für Vitamin D liegt EU-weit bei 5 µg, für Vitamin K bei 75 µg. Eine Kapsel mit 25 µg Vitamin D3 deckt entsprechend 500 Prozent des NRV ab – das ist keine ungewöhnlich hohe Menge, sondern eine im Alltag übliche Erhaltungsdosis, denn der NRV orientiert sich am Minimum zur Vorbeugung eines Mangels, nicht an der optimalen Versorgung. 45 µg Vitamin K2 entsprechen dagegen 60 Prozent des NRV – ein Wert, der bewusst im Bereich der in Studien meist verwendeten Dosierungen liegt, ohne dass für Vitamin K2 bislang überhaupt eine sichere Höchstmenge (Tolerable Upper Intake Level) durch die EFSA festgelegt wurde. Beide Prozentangaben sind also für sich genommen sinnvoll – ein direkter Vergleich der beiden Prozentzahlen untereinander ist einfach nicht aussagekräftig, weil die zugrunde liegenden Referenzwerte so unterschiedlich hoch angesetzt sind.

Auch die Form von Vitamin K2 ist relevant: Menachinon-7 (MK-7) gilt gegenüber MK-4 als deutlich besser bioverfügbar und bleibt durch seine lange Halbwertszeit über einen längeren Zeitraum im Blut verfügbar. Und weil beide Vitamine fettlöslich sind, verbessert eine Lösung in einem hochwertigen Öl – etwa Olivenöl – tendenziell die Aufnahme im Vergleich zu trockenen Presslingen ohne Fettanteil.

An dieser Stelle lohnt sich ein genauerer Blick auf die K2-Menge selbst: 45 µg klingen im Vergleich zu manchen hochdosierten Einzelpräparaten zunächst zurückhaltend. Für die tatsächlich zugelassenen Wirkungen von Vitamin K2 – normale Blutgerinnung und Erhaltung normaler Knochen – ist diese Menge jedoch mehr als ausreichend, da bereits niedrige zweistellige Mikrogramm-Bereiche genügen, um die dafür notwendigen körpereigenen Proteine zu aktivieren. Deutlich höhere Dosierungen, wie sie in einzelnen Studien zur Gefäßelastizität verwendet wurden, beziehen sich auf einen Forschungsbereich, für den es bislang keinen zugelassenen EU-Health-Claim gibt (mehr dazu im Glossareintrag zu Vitamin K2). Eine bewusst moderate, aber wirksame Dosierung ist deshalb kein Kompromiss, sondern folgt genau den Mengen, die für die beworbenen, EFSA-bestätigten Wirkungen tatsächlich benötigt werden.

Worauf du bei der Auswahl eines D3+K2-Präparats achten solltest

Auf einen Blick
  • K2-Form prüfen: Steht auf der Verpackung konkret „Menachinon-7“ bzw. „MK-7“, oder nur allgemein „Vitamin K2“? Nur die genaue Angabe der Unterform lässt eine Einschätzung der Bioverfügbarkeit zu.
  • Trägerbasis beachten: Flüssigkapseln, in denen die Vitamine in Öl gelöst sind, sind für fettlösliche Vitamine grundsätzlich eine sinnvolle Darreichungsform gegenüber trockenen Presslingen.
  • Zur Mahlzeit einnehmen: Da Vitamin D3 und K2 fettlöslich sind, wird die Aufnahme durch die gleichzeitige Einnahme mit einer fetthaltigen Mahlzeit zusätzlich unterstützt – unabhängig davon, ob die Vitamine bereits in Öl gelöst sind.
  • Dosierung realistisch einordnen: Eine tägliche Erhaltungsdosis im Bereich von 20 bis 25 µg Vitamin D3 ist für die meisten Erwachsenen sinnvoll. Bei nachgewiesenem starkem Mangel (per Bluttest) können höhere, ärztlich begleitete Dosierungen notwendig sein – das sollte aber immer individuell abgeklärt werden, nicht pauschal draufgesattelt werden.
  • Wechselwirkungen im Blick behalten: Wer blutgerinnungshemmende Medikamente (insbesondere Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin) einnimmt, an einer Blutgerinnungsstörung, Nierenerkrankung, Hyperkalzämie oder einer anderen Störung des Calciumstoffwechsels leidet, sollte die Einnahme eines D3+K2-Präparats vorab ärztlich abklären. Auch bei zusätzlicher hochdosierter Calcium-Supplementierung ist ärztlicher Rat empfehlenswert, um eine übermäßige Gesamtzufuhr zu vermeiden.
  • Auf ein klares Zutatenverzeichnis achten: Wenige, nachvollziehbare Inhaltsstoffe – etwa eine pflanzliche Kapselhülle (HPMC) statt unnötiger Zusatz- und Füllstoffe – sind ein Hinweis auf eine durchdachte, „clean“ formulierte Rezeptur.

Mehr zu den einzelnen Vitaminen

Wer tiefer in die Wissenschaft hinter den beiden Vitaminen einsteigen möchte – inklusive aller zugelassenen EFSA-Claims, Dosierungsdetails und Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen – findet die Grundlagen in unserem Glossareintrag zu Vitamin D3 sowie in unserem Glossareintrag zu Vitamin K2. Beide Artikel gehen im Detail auf Mechanismus, Longevity-Forschung und Einnahmehinweise ein, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Fazit: Zwei Vitamine, ein Ziel

Nicht jedes Vitamin-D3-Präparat braucht zwingend Vitamin K2 – aber ein Vitamin-K2-Präparat ergibt seinen vollen Sinn erst im Zusammenspiel mit einer ausreichenden Vitamin-D3-Versorgung. Genau auf diesem Prinzip basiert auch die D3+K2-Kombination von ASLAN: 25 µg Vitamin D3 und 45 µg Vitamin K2 in Form von Menachinon-7, gelöst in hochwertigem Olivenöl, mit einer minimalistischen Rezeptur aus wenigen, klar deklarierten Inhaltsstoffen.

Die auf den ersten Blick „unausgewogenen“ Prozentangaben auf dem Etikett entpuppen sich bei genauerem Hinsehen also nicht als Fehler, sondern als Ausdruck zweier unterschiedlich definierter Referenzwerte. Wer verstehen möchte, was hinter den beiden Vitaminen im Detail steckt – von der Wirkweise im Körper bis zur aktuellen Forschung zu Knochengesundheit und Zellalterung – findet die vertiefenden Informationen in unseren Glossareinträgen zu Vitamin D3 und Vitamin K2.


Hinweis:

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Aussagen zur Wirkung von Vitamin D3 (Aufnahme und Verwertung von Calcium, Erhaltung normaler Knochen, normale Funktion des Immunsystems) und Vitamin K2 (normale Blutgerinnung, Erhaltung normaler Knochen) sind von der EFSA geprüfte und zugelassene Health Claims gemäß Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Das in der Praxis beschriebene Zusammenspiel beider Vitamine im Calciumstoffwechsel sowie ein möglicher Effekt auf Gefäßablagerungen sind wissenschaftlich diskutierte Mechanismen bzw. Studienergebnisse, aber keine durch die EU zugelassenen, kombinierten Health Claims. Personen mit Blutgerinnungsstörungen, Nierenerkrankungen, Hyperkalzämie oder unter blutgerinnungshemmender Medikation sollten die Einnahme vorab ärztlich abklären. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und einen gesunden Lebensstil.

Quellen

  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Health Claims zu Vitamin D und Vitamin K, Verordnung (EU) Nr. 432/2012

  • EFSA NDA Panel (2023): Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, EFSA Journal 21(8)

  • EFSA NDA Panel (2012): Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to vitamin K2 and contribution to the normal function of the heart and blood vessels (ID 125, further assessment). EFSA Journal 10(6):2714

  • Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), Anhang XIII: Nährstoffbezugswerte (NRV) für Vitamine und Mineralstoffe

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin D und Vitamin K

  • ASLAN Produktdatenblatt Vitamin D3 + K2 (interne Rezeptur- und Dosierungsangaben)

 

Bleib informiert

Newsletteranmeldung

Gehören Sie zu den ersten, die alle Infos und Angebote rund um Aslan und Gesundheit erhalten.
Jetzt zum Newsletter anmelden!